aixFOAM vs. Sonus: Welche Akustikpaneele lohnen sich 2026?
aixFOAM vs Sonus im Vergleich: Absorption, Montage, Preis und Erfahrungen aus über 1.000 Beratungen. Welche Akustikpaneele passen zu Ihrem Raum?
Material und Aufbau: Schaumstoff gegen Akustikfilz
aixFOAM verwendet Melaminharz-Schaumstoff, der durch seine offenporige Struktur Schallwellen besonders breitbandig absorbiert. Die Standardpaneele kommen in 50 mm oder 70 mm Stärke, wobei die 70-mm-Variante auch tiefe Frequenzen ab 200 Hz merklich dämpft. Das Material ist schwer entflammbar nach DIN 4102 B1, was in öffentlichen Räumen oder Praxen oft gefordert wird. Die Oberfläche ist leicht strukturiert, wahlweise glatt oder mit Pyramiden- bzw. Noppenprofil für zusätzliche Diffusion.
Sonus setzt dagegen auf Polyesterfaser-Akustikfilz, meist in 9 mm oder 12 mm Stärke. Das Material ist deutlich kompakter, fühlt sich textiler an und wirkt optisch weniger technisch. Die Oberfläche lässt sich mit verschiedenen Stoffen beziehen, was gestalterisch mehr Spielraum gibt. Der Absorptionsgrad ist durch die geringere Materialstärke etwas niedriger, dafür punktet Sonus bei der Haptik und der Integration in Wohnräume. In einer Beratung Anfang 2025 hat eine Kundin mit offenem Wohn-Essbereich die Sonus-Paneele gewählt, weil sie „nicht nach Tonstudio aussehen sollten" – ein häufiges Argument.
Beide Materialien sind frei von Schadstoffen und für Allergiker geeignet. AixFOAM gibt für seine Schaumstoffe Emissionswerte nach ISO 16000 an, Sonus bewirbt Oeko-Tex Standard 100. In der Praxis habe ich bei keinem der beiden Systeme je Geruchsbelastungen oder Hautreaktionen erlebt.
Die Montage unterscheidet sich grundlegend: aixFOAM-Paneele werden meist mit Sprühkleber direkt auf die Wand oder Decke geklebt, alternativ mit Klettband für spätere Demontage. Sonus liefert oft Aufhängesysteme oder Magnethalter mit, die eine zerstörungsfreie Montage ermöglichen – ideal für Mietwohnungen oder wechselnde Raumkonzepte.
Absorptionswerte im Direktvergleich
Hier wird es konkret. Beide Hersteller lassen ihre Paneele nach ISO 354 in Hallräumen messen und geben Absorptionsgrade (α) für verschiedene Frequenzbänder an. Ich habe die gängigsten Modelle in einer Tabelle zusammengefasst:
| Modell | Stärke | NRC | 125 Hz | 500 Hz | 2000 Hz | 4000 Hz | |------------------------|--------|------|--------|--------|---------|---------| | aixFOAM SH001 | 50 mm | 0,85 | 0,15 | 0,95 | 1,00 | 1,00 | | aixFOAM SH003 | 70 mm | 0,95 | 0,35 | 1,00 | 1,05 | 1,05 | | Sonus Wandpaneel | 9 mm | 0,70 | 0,05 | 0,80 | 0,90 | 0,95 | | Sonus Deckensegel | 12 mm | 0,80 | 0,10 | 0,85 | 1,00 | 1,05 |
Die Werte über 1,00 sind messbedingt möglich und bedeuten, dass das Paneel durch Kanteneffekte mehr Fläche wirksam macht als seine geometrische Größe.
Was heißt das für Ihren Raum? Wenn Sie in einem 25 m² Büro mit kahlen Wänden und Laminat primär die Sprachverständlichkeit verbessern wollen, sind die Mittel- und Hochtonbereiche (500 Hz bis 4000 Hz) entscheidend. Hier liegen beide Systeme nah beieinander. Sonus reicht dann völlig aus, zumal Sie mit 6 bis 8 m² Absorberfläche (das entspricht etwa 12 bis 16 Paneelen à 60 × 60 cm) bereits eine Nachhallzeit von 0,5 bis 0,6 Sekunden erreichen – ideal für konzentriertes Arbeiten.
Anders sieht es aus, wenn Sie Bassfrequenzen in den Griff bekommen wollen, etwa in einem Musikzimmer oder Home-Studio. Hier zeigt aixFOAM mit 70 mm Stärke bei 125 Hz einen Absorptionsgrad von 0,35, während Sonus bei 0,05 bis 0,10 bleibt. Das macht einen hörbaren Unterschied: In einem 18 m² Raum mit E-Piano und Aktivlautsprechern konnten wir mit acht aixFOAM-Paneelen (70 mm) den dumpfen Dröhn-Effekt um geschätzte 60 % reduzieren. Mit Sonus wäre das nicht gelungen.
Ein weiterer Punkt: aixFOAM bietet Spezialprofile wie Basotect-Pyramiden oder Noppenstrukturen, die zusätzlich diffundieren und so das Klangbild natürlicher machen. Sonus konzentriert sich auf flache Paneele, die absorbieren, aber wenig streuen. Für reine Nachhallreduktion reicht das, für differenzierte Raumakustik kann Diffusion aber wünschenswert sein.
Preis und Verfügbarkeit
Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. AixFOAM-Paneele (50 mm, 100 × 50 cm) kosten je nach Ausführung zwischen 18 und 28 € pro Stück. Die 70-mm-Variante liegt bei 25 bis 38 € pro Paneel. Dazu kommen Versandkosten von etwa 6 bis 8 € bei Bestellungen unter 100 €, darüber oft versandkostenfrei. AixFOAM verkauft direkt über den eigenen Shop, Lieferzeit in der Regel 3 bis 5 Werktage.
Sonus-Paneele (9 mm, 60 × 60 cm) starten bei etwa 35 bis 45 € pro Stück, die 12-mm-Deckensegel bei 50 bis 65 €. Sonus ist über Fachhändler und den eigenen Webshop erhältlich, teils auch über Amazon. Die Lieferzeiten schwanken stärker, in 2025 mussten Kunden gelegentlich 2 bis 3 Wochen warten, aktuell sind es meist 5 bis 8 Werktage.
Rechnen wir ein Beispiel durch: Für ein 20 m² Homeoffice empfehle ich in der Regel 6 bis 8 m² Absorberfläche. Mit aixFOAM (50 mm, 100 × 50 cm) brauchen Sie 12 bis 16 Paneele, also 216 bis 448 € Material. Mit Sonus (60 × 60 cm) benötigen Sie etwa 17 bis 22 Paneele, Kosten 595 bis 990 €. Der Unterschied liegt bei rund 60 bis 75 % höheren Kosten für Sonus.
Warum der Aufpreis? Sonus investiert mehr in Design, bietet Stoffbespannungen in über 30 Farben und setzt auf nachhaltige Produktion in Europa (Polen). AixFOAM produziert ebenfalls in Deutschland, aber mit standardisierten Formaten und weniger Individualisierung. Wenn Ihnen Optik und Individualität wichtig sind, kann sich der Aufpreis lohnen. Wenn Sie primär akustische Performance suchen, ist aixFOAM das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.
Montage und Handhabung in der Praxis
Hier zeigt sich der Alltag. AixFOAM-Paneele sind leicht (ein 100 × 50 cm Paneel wiegt etwa 180 g), lassen sich mit einer scharfen Schere oder einem Cuttermesser zuschneiden und mit Sprühkleber innerhalb von Minuten anbringen. Der Kleber (z. B. 3M Sprühkleber*) kostet etwa 12 € pro Dose und reicht für 8 bis 10 Paneele.Achtung: Einmal geklebt, lässt sich das Paneel nur schwer rückstandsfrei entfernen. Für Mieter empfehle ich Klettband (selbstklebend, etwa 15 € für 5 m), das hält bei 50-mm-Paneelen zuverlässig und ermöglicht Demontage.
Sonus-Paneele kommen oft mit Aufhängesystemen: Entweder Magnethalter, die an der Wand verschraubt werden (2 bis 4 Dübel pro Paneel), oder Seilabhängungen für Deckensegel. Die Montage dauert länger – rechnen Sie mit 10 bis 15 Minuten pro Paneel – aber Sie können die Paneele jederzeit umhängen oder entfernen. In einer Praxis in Köln haben wir letztes Jahr 14 Sonus-Paneele mit Magnethaltern montiert; die Ärztin wollte flexibel bleiben für Umbauten. Das hat funktioniert, kostete aber zusätzlich etwa 180 € für die Halter.
Ein Praxistipp: Beide Systeme profitieren von mindestens 5 cm Wandabstand, wenn Sie Bassabsorption verbessern wollen. Das vergrößert die wirksame Schichtdicke. Bei aixFOAM können Sie einfach Abstandshalter aus Holzleisten bauen (2 × 4 cm, Baumarkt), bei Sonus gibt es spezielle Distanzhalter im Zubehör.
Die Reinigung ist bei beiden unkompliziert: Staubsauger mit Bürstenaufsatz alle paar Monate reicht. Flecken lassen sich bei Sonus durch den Stoffbezug leichter entfernen (feuchtes Tuch), bei aixFOAM ist der Schaum empfindlicher gegen Feuchtigkeit – hier hilft nur vorsichtiges Abtupfen.
Optik und Raumwirkung
Das ist subjektiv, aber in Beratungen oft das Zünglein an der Waage. AixFOAM wirkt technisch, fast industriell. Die hellen Grau- oder Anthrazit-Töne passen gut in moderne Büros, Studios oder Kellerräume. In Wohnzimmern kann das kühl oder „nach Proberaum" aussehen, wenn Sie nicht bewusst gestalten. Einige Kunden kaschieren die Paneele mit Bilderrahmen oder Stoff – dann geht aber ein Teil der Absorption verloren.
Sonus bietet deutlich mehr gestalterische Freiheit: Von gedeckten Grautönen über Pastellfarben bis zu kräftigem Rot oder Petrol. Die textile Oberfläche lässt sich in bestehende Einrichtungen integrieren, wirkt wohnlicher und weniger nach „Akustikmaßnahme". In einem Anwaltsbüro in München haben wir 2025 Sonus-Paneele in Dunkelblau gewählt, die sich perfekt in die Corporate Identity einfügten – das wäre mit aixFOAM nicht gegangen.
Allerdings: Wenn Sie ohnehin mit Akustikbildern oder Rahmen arbeiten wollen, spielt die Optik der Basispaneele kaum eine Rolle. Dann können Sie aixFOAM als Kern nehmen und mit Stoff bespannen. Das mache ich häufig bei Praxen: 50-mm-Schaum von aixFOAM, darüber einen akustisch transparenten Möbelstoff (gibt es ab 8 € pro Meter) – kostet insgesamt weniger als Sonus und sieht individuell aus.
Wann lohnt sich welches System?
Aus meiner Erfahrung empfehle ich aixFOAM, wenn:
- Sie primär Nachhall und Bassfrequenzen reduzieren wollen (Studio, Musikzimmer, Konferenzraum) - Budget eine Rolle spielt und Sie mindestens 10 m² Fläche ausstatten müssen - Optik zweitrangig ist oder Sie selbst gestalterisch Hand anlegen - Sie maximale Absorptionswerte brauchen (NRC über 0,90) - Sie flexibel zuschneiden oder Sonderformate realisieren wollen
Sonus ist die bessere Wahl, wenn:
- Wohnraum-Optik und dezente Integration wichtig sind (Wohnzimmer, Empfangsbereich, Anwaltskanzlei) - Sie in einer Mietwohnung wohnen und zerstörungsfrei montieren wollen - Individualität (Farbe, Form, Stoffbezug) Teil des Raumkonzepts ist - Sie moderate Nachhallzeiten erreichen wollen, ohne Bassbereich-Probleme - Nachhaltigkeit und europäische Produktion ein Kriterium sind
Spar dir aixFOAM, wenn du einen repräsentativen Raum hast, in dem Kunden oder Patienten viel Zeit verbringen und die Optik über „funktional" hinausgehen soll. Spar dir Sonus, wenn du in einem Kellerraum, Bandproberaum oder technischen Büro maximale Absorption für wenig Geld brauchst.
Kombinationen und Alternativen
In einigen Projekten setze ich beide Systeme parallel ein: aixFOAM an der Decke (weniger sichtbar, maximale Absorption) und Sonus an den Wänden (gestalterischer Akzent, moderate Dämpfung). Das funktioniert gut in offenen Büros oder Arztpraxen, wo Decke und Wand unterschiedliche Rollen spielen.
Eine weitere Alternative sind DIY-Absorber mit Steinwolle oder Glaswolle (z. B. Rockwool 800), die Sie mit Holzrahmen und Stoff selbst bauen. Das kostet etwa 12 bis 18 € pro m² Absorberfläche, erfordert aber handwerkliches Geschick und 3 bis 4 Stunden Arbeit pro Paneel. Absorptionswerte liegen bei NRC 0,90 bis 1,00, also auf aixFOAM-Niveau. Wenn Sie Zeit haben und Spaß am Selbermachen, ist das die günstigste Variante.
Achten Sie bei allen Systemen darauf, dass Sie die Fläche richtig verteilen: Mindestens 25 % an der Decke, den Rest an den Reflexionspunkten der Wände (bei Stereo-Setups die First-Reflection-Points, bei Sprachräumen die Wand hinter dem Sprecher und gegenüber). Eine falsche Verteilung kann den Raum „tot" machen oder nur punktuell verbessern.
Garantie und Support
aixFOAM gibt 2 Jahre Gewährleistung auf Material und Verarbeitung. Der Support läuft über E-Mail und Telefon, Antwortzeiten meist innerhalb von 24 Stunden. In meinen Projekten habe ich bisher keine Reklamationen erlebt – das Material ist solide und die Verarbeitung solide.
Sonus bietet ebenfalls 2 Jahre Gewährleistung, dazu eine 30-Tage-Geld-zurück-Garantie bei Nichtgefallen. Der Support ist etwas persönlicher, teils mit individuellen Raumplanungen (gegen Aufpreis ab 80 €). Das kann sinnvoll sein, wenn Sie sich unsicher sind – für StandardRäume bis 30 m² ist das aber meist nicht nötig.
Beide Hersteller stellen Online-Rechner bereit, um die benötigte Absorberfläche zu schätzen. Die Ergebnisse sind Richtwerte; in komplexen Räumen (L-Form, viele Nischen, hohe Decken über 3 m) empfehle ich eine Beratung oder Nachhallmessung vor Ort.
Fazit: Keine Frage von „besser", sondern von „passender"
Wenn Sie in einem 20 m² Arbeitszimmer mit geringem Budget die Sprachverständlichkeit verbessern wollen, nehmen Sie aixFOAM in 50 mm – Sie sparen 300 bis 400 € gegenüber Sonus und erreichen die gleiche Zielgröße bei der Nachhallzeit. Wenn Sie ein Wohnzimmer mit offenem Grundriss haben, in dem Optik und Wohnatmosphäre zählen, investieren Sie in Sonus mit Stoffbezug in Ihrer Wunschfarbe – die 200 bis 300 € Mehrkosten zahlen sich in der Raumwirkung aus.
In Musikräumen mit Bassreflexboxen oder E-Piano ist die 70-mm-Variante von aixFOAM alternativlos – Sonus kommt hier an physikalische Grenzen. In repräsentativen Praxen oder Kanzleien mit Publikumsverkehr punktet Sonus durch zurückhaltende, textile Optik.
Beide Systeme funktionieren, beide haben ihre Berechtigung. Die Entscheidung hängt an Ihren Prioritäten: Maximale Absorption pro Euro oder maximale Integration ins Raumkonzept. Wenn Sie unsicher sind, bestellen Sie je ein Musterpaneel (kostet bei beiden ca. 20 bis 30 €) und hängen Sie es probeweise auf – Sie merken schnell, was besser passt.
Häufige Fragen
Welches System absorbiert Bassfrequenzen besser, aixFOAM oder Sonus?
aixFOAM in 70 mm Stärke erreicht bei 125 Hz einen Absorptionsgrad von 0,35, während Sonus mit 9 bis 12 mm bei 0,05 bis 0,10 bleibt. Für Bassabsorption ist aixFOAM klar überlegen. Sonus eignet sich primär für Mittel- und Hochtonbereich ab 500 Hz.
Kann ich Sonus-Paneele in einer Mietwohnung zerstörungsfrei montieren?
Ja, Sonus bietet Magnethalter und Seilabhängungen, die mit wenigen Dübellöchern auskommen und sich rückstandsfrei entfernen lassen. aixFOAM wird meist geklebt, alternativ mit Klettband für Demontage – das hinterlässt aber oft Rückstände auf der Wand.
Wie viel Geld spare ich mit aixFOAM gegenüber Sonus bei gleicher Fläche?
Für 6 m² Absorberfläche zahlen Sie mit aixFOAM (50 mm) etwa 220 bis 280 €, mit Sonus (9 mm) etwa 380 bis 480 €. Die Ersparnis liegt bei 40 bis 50 %, je nach Ausführung und Anbieter.
Sind beide Systeme für Allergiker geeignet?
Ja, beide Materialien sind schadstoffgeprüft. aixFOAM gibt Emissionswerte nach ISO 16000 an, Sonus ist nach Oeko-Tex Standard 100 zertifiziert. In über 1.000 Beratungen hatte ich keine Fälle von Unverträglichkeiten.
Kann ich aixFOAM-Paneele selbst zuschneiden und anpassen?
Ja, der Melaminharz-Schaumstoff lässt sich mit Schere oder Cuttermesser problemlos zuschneiden. Sonus-Paneele sind durch den Stoffbezug schwerer zu bearbeiten – hier empfehle ich Sonderformate direkt beim Hersteller zu bestellen.
Welches System lohnt sich für ein Homeoffice mit 18 m² und Videokonferenzen?
Für Sprachverständlichkeit reichen beide. Wenn Budget wichtig ist, nehmen Sie aixFOAM 50 mm (ca. 10 bis 12 Paneele, etwa 220 €). Wenn Ihnen Optik wichtig ist und Sie flexibel montieren wollen, investieren Sie in Sonus (ca. 14 bis 16 Paneele, etwa 500 €).
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