Nachhallzeit berechnen und messen
Klingt dein Raum hallig oder leer? Gib Maße und Einrichtung ein — der Rechner schätzt die Nachhallzeit nach der Sabine-Formel, vergleicht sie mit dem Zielwert für deine Nutzung und zeigt, wie viel Absorptionsfläche dir noch fehlt. Kostenlos, ohne Anmeldung.
Deine Raumdaten
Wir schätzen die Nachhallzeit nach der Sabine-Formel und rechnen aus, wie viel Absorptionsfläche dir zum Zielwert fehlt.
So rechnet dieser Rechner
Die Nachhallzeit wird nach der Sabine-Formel geschätzt: T = 0,161 × V / A. Dabei ist V das Raumvolumen (Länge × Breite × Höhe in m³) und A die äquivalente Absorptionsfläche (Fläche × Absorptionsgrad). Für Holzlamellen-Akustikpaneele auf Filz rechnen wir mit einem Absorptionsgrad von rund NRC 0,5 (Mittelwert um 500 Hz). Aus der Differenz zwischen aktueller und gewünschter Nachhallzeit ergibt sich die zusätzlich benötigte Absorptionsfläche in m².
Die Zielwerte für eine angenehme Hörsamkeit orientieren sich an der DIN 18041 („Hörsamkeit in Räumen") und unterscheiden sich je nach Nutzung (Wohnen, Homeoffice, Musik/Heimkino). Wie wir Inhalte und Berechnungen prüfen, steht in unserer Methodik.
Quellen
- Sabine, W. C.: Collected Papers on Acoustics (Harvard University Press) — Grundformel der Nachhallzeit.
- DIN 18041:2016-03 — Hörsamkeit in Räumen (Zielwerte je Nutzungsart).
- Absorptionsgrade (NRC/αw) aus den Datenblättern der Hersteller.
Hinweis: Vereinfachtes Einzahl-Modell (~500 Hz). Reale Werte hängen von Frequenz, Möblierung und Materialien ab. Diese Berechnung ist eine kostenlose Vorab-Abschätzung und ersetzt keine bauakustische Messung oder Fachplanung.
Nachhallzeit selbst messen — mit und ohne Messgerät
Wenn du keine Raummaße eingeben, sondern direkt hören willst, wie hallig dein Raum ist, gibt es drei Wege mit steigender Genauigkeit:
- Klatschtest: Einmal kräftig in die Hände klatschen und mit einer Stoppuhr grob schätzen, wie lange der Nachhall noch hörbar ist. Reicht für eine erste „viel zu hallig oder eigentlich okay"-Einschätzung.
- Smartphone-App: Apps, die einen Testton oder Impulsschall aufnehmen und daraus die Nachhallzeit berechnen, liegen näher an einer echten Messung als der Klatschtest — ersetzen aber kein kalibriertes Mikrofon.
- Professionelle Messung nach ISO 3382: Kalibriertes Messmikrofon plus definiertes Anregungssignal, Auswertung über den Abfall des Schallpegels um 60 dB (RT60). Der übliche Weg für Tonstudios, Konferenzräume oder wenn eine bauakustische Abnahme ansteht.
Für die Planung, wie viel Absorptionsfläche du brauchst, ist der Rechner oben trotzdem genauer als jede Einzelmessung — er rechnet aus den tatsächlichen Raummaßen, nicht aus einer Messung, die je nach Mikrofonposition schwankt. Mehr zu Absorptionsgraden und NRC-Werten in unserem Artikel Was NRC, αw und dB auf dem Datenblatt wirklich bedeuten.
Häufige Fragen
Wie messe ich die Nachhallzeit ohne teures Equipment?
Am einfachsten mit dem Klatschtest: einmal kräftig in die Hände klatschen und mit einer Stoppuhr grob abschätzen, wie lange der Nachhall hörbar bleibt. Genauer sind Smartphone-Apps, die einen Testton oder Impulsschall aufnehmen und daraus die Nachhallzeit berechnen — sie kommen nicht an ein professionelles Messgerät heran, liegen aber für die Einschätzung „zu hallig oder nicht" meist nah genug dran.
Wie wird die Nachhallzeit professionell gemessen?
Nach der Normenreihe ISO 3382 wird ein definierter Schallimpuls oder Rauschsignal im Raum erzeugt und mit einem kalibrierten Messmikrofon aufgezeichnet. Aus dem Abklingverhalten des Schallpegels wird die Zeit bis zum Abfall um 60 dB (RT60) berechnet — das ist der Wert, den auch die DIN 18041 als Zielgröße verwendet.
Ist eine App-Messung genau genug, um Akustikpaneele zu planen?
Für die erste Einschätzung ja — für die genaue Bemessung, wie viel Absorptionsfläche du brauchst, ist der Rechner auf dieser Seite genauer, weil er von den tatsächlichen Raummaßen und der Einrichtung ausgeht statt von einer einzelnen Messung, die je nach Mikrofonposition schwankt.
Warum klingt mein Raum hallig, obwohl die Nachhallzeit laut Rechner im Zielbereich liegt?
Die Sabine-Formel rechnet mit einem Mittelwert über den gesamten Raum. Flatterechos zwischen zwei parallelen, harten Wänden oder eine sehr ungleichmäßige Möblierung können lokal hallig wirken, auch wenn der rechnerische Durchschnittswert passt.
Wenn der Rechner zeigt, dass dir Absorptionsfläche fehlt: Akustikpaneele nach Raumtyp im Überblick.